Evangelisch in Neunburg und Umgebung

Die Geschichte der Evangelischen in der Stadt Neunburg bis 1650

Die Geschichte der Evangelischen in der Stadt seit 1850 ist im Artikel "Evangelisch in Neunburg und Umgebung" beschrieben.

Vorbemerkung

In Neunburg ist die Zeit der Konflikte mit den „Hussiten“ durchaus prägend und präsent. Jan Hus gilt in der deutschen Theologiegeschichte als sogenannter „Vorreformator“, da einige seiner Lehren von Martin Luther und den anderen Reformatoren übernommen wurden.
Martin Luther kannte anfangs Jan Hus nicht, wurde aber auf ihn aufmerksam und bekannte dann: „Wir sind alle Hussiten ohne es gewusst zu haben““
Zu den gemeinsamen Forderungen beider zählen:

  • Die im Gottesdienst verwendete Sprache sollte die Landessprache sein
  • Die verwendete Bibelübersetzung sollte in der Landessprache sein
  • Abendmahl/Kommunion unter beiderlei Gestalt, also mit Wein und Hostien
  • Priester können irren und sollen von Gläubigen auch kritisiert werden
  • Das Gewissen als höchste Autorität

Zur Geschichte der Evangelischen in der Stadt Neunburg:

1527: Ein Neunburger Kaplan, der die Lehren der Reformation vertritt, wird von der Stadt bezahlt.
1536: Der Spitalprediger Benedikt Amann konvertiert zum Luthertum.
1538: Der Rat der Stadt Neunburg erbittet von Kurfürst Ludwig V lutherische Prediger, die nicht dem Bischof von Regensburg unterstehen.
1539: Der Rat der Stadt setzt sich für den Spitalbenefiziaten Georg Hauer ein, der seine Köchin geheiratet hat.
Die Regierung schickt ohne Erlaubnis des Bischofs evangelische Pfarrer.
Um 1550: Die Bewohner von Neunburg haben den evangelischen Glauben angenommen.

Die Neunburger bleiben auch bei calvinistischen Landesherren meist lutherisch. So weigern sich die Neunburger 1559 die calvinistische Kirchenordnung mit 32 Artikeln zu befolgen.
Ende des 16. Jahrhunderts werden sogar abwechselnd lutherische und calvinistische Gottesdienste gefeiert, um die Bevölkerung nicht gegen den Landesherrn aufzubringen.

1623 wird die Pfarrkirche, bisher protestantisch, katholisch geweiht. Es gibt nur noch katholische Beamte.
1625 Kurfürst Maximilian verbietet den evangelischen Glauben. Neunburg wird katholisch. Alle nicht-katholischen Geistlichen werden ausgewiesen. Jesuiten und Prämonstratenser missionieren.
1628: Es gibt noch zahlreiche lutherische und calvinistische Räte und Bürger in Neunburg. Ihnen wird die Frist gesetzt innerhalb von 6 Monaten zu konvertieren oder das Land zu verlassen.

Von 1628-1648 ist die Stadt meist katholisch. Jedoch erobern die Schweden 1634, 1641 und 1644 die Stadt. Während der Herrschaft der Schweden können die Lutheraner ihrem Glauben frei nachgehen.

1648: Der Westfälische Friede beendet den 30jährigen Krieg. Neunburg wird katholisch, da es zum Kurfürstentum Bayern gehört
Neunburg wird nun konsequent rekatholisiert, jedoch sind noch 1656 Klagen über evangelische Angewohnheiten zu hören.

Gott kennt Sie.

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